Eine szenische Lesung aus Texten von Maria Lazar und Hugo Bettauer
Mehrzwecksaal, Semperdepot 2.Stock
14.Juni 2024

© Sophie Hiesberger
Konzept, Textfassung, Bühne: Maximilian Seper
mit: Clara Holzer, Ruth Erharter
Musik: Niklas Budimir

© Sophie Hiesberger

© Sophie Hiesberger
In der Arbeit Zwischen uns liegen Jahre treten Textfragmente von Maria Lazar und Hugo Bettauer fast 100 Jahre nach ihrem Entstehen in einen Dialog, der sich mit die Themen Demokratie, (weibliche) Freiräume in der Gesellschaft, Jugend und Ausgrenzung von Minderheiten befasst.
Die textliche Ebene wird durch Projektionen mit Overheadprojektoren und Zwischenliedern ergänzt, die sich mit dem Phänomen des Erinnerns auseinander setzen. Nach Aleida Assmann gehen Erinnerungen „ stets von der Gegenwart aus, und damit kommt es unweigerlich zu einer Verschiebung, Verformung, Entstellung, Umwertung, Erneuerung des Erinnerten zum Zeitpunkt seiner Rückrufung“. Über das Erinnern ist die Gegenwart mit der Vergangenheit verbunden und sie beeinflussen sich gegenseitig.
In den Projektionen verschränkt sich Damals mit Heute, indem historische Fotografien aus der Zeit Bettauers und Lazars auf gegenwärtige Abbildungen treffen und sich die zeitliche Lücke zwischen ihnen verwischt. Live werden diese Bilder wie im Prozess des Erinnerns, verformt, in neue Kontexte gesetzt und verändert.
Ausgehend von Lieder Herman Leopoldis wurden drei neue zeitgenössische Zwischengesänge komponiert, die den Text kommentieren, unterbrechen, ergänzen und einen neuen Rhythmus in die Arbeit bringen.
Das räumliche Setting verweist auf Archive, die als Orte des Institutionellen Erinnerns gelten können.
Text, Bild, Raum und Musik stellen gemeinsam die Frage, wie historisch Dokumente künstlerisch verarbeitet werden können um Produktiv über die gegenwärtige Gesellschaftsverfassung nachzudenken.

© Sophie Hiesberger

© Sophie Hiesberger

© Sophie Hiesberger

© Sophie Hiesberger